Im Rahmen einer Feierstunde wurde das Europa-Gymnasium Wörth am 6. Februar 2026 mit dem „Label FrancÉducation“ ausgezeichnet, einem Gütesiegel des französischen Staates für exzellenten Französischunterricht, der Maßstäbe setzt.
Damit ist das EGW erst das zweite Gymnasium in ganz Rheinland-Pfalz, das sich diese Auszeichnung erarbeitet hat. Deutschlandweit wurde bislang zwanzig Schulen diese Anerkennung zuteil.
Begonnen und beschlossen wurde die Feier mit Stücken von Frédéric Chopin, dargeboten von Giao Le Van am E-Piano. In seiner Begrüßung verwies Dr. Hauptmann auf die langjährige Tradition des Bili-Unterrichts am EGW und auf dessen Ziel: gemeinsames Verstehen und Begreifen kultureller Gemeinsamkeiten. Landrat Martin Brandl bedauerte zwar seine eingerosteten Französischkenntnisse, betonte aber gleichzeitig humorvoll die bestehenden pfälzisch-frankophilen Verbindungen. Steffen Weiß warf ein kurzes Schlaglicht auf eine deutsch-französische Vergangenheit, die einst geprägt war von Ressentiments gegenüber dem „Erzfeind“ jenseits der nahen Grenze. Dabei, so der Wörther Bürgermeister, sei es Franzosen und Deutschen gelungen, in den Nachkriegsjahrzehnten Vorurteile ab- und Freundschaften aufzubauen, die in politisch unsicheren Zeiten unerlässlich für ein prosperierendes Europa sind. Dr. Oebel, Ministerialdirektor des Bildungsministeriums, fasste das heutige deutsch-französische Verhältnis treffend zusammen: „Deutschland braucht Frankreich. Frankreich braucht Deutschland. Europa braucht Deutschland und Frankreich, Deutschland und Frankreich brauchen Europa.“ Stellvertretend für alle Französisch-Lehrerinnen des EGW legte Lucile Thoyer dar, „warum die, die den Preis bringen, auch wissen, warum sie ihn ans EGW bringen“. Im Stile einer Nachrichtensendung, gewürzt mit Ironie und Schalk, gewährte ein unter der Leitung von Anja Höfler und Amaya Hoffmann entstandenes Video Einblicke in die Themenbereiche, mit denen sich der Französisch- und der Bili-Unterricht tagtäglich auseinandersetzen. Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse inszenierten eine Etappe der Tour de France am EGW, in der der französische Generalkonsul Nicolas Bergeret zum Etappensieger avancierte. Eben jener war extra aus Frankfurt angereist, um die Auszeichnung „Label FrancÉducation“ persönlich zu überreichen.
Bergerets Dankesworte galten u.a. den hiesigen engagierten Französischlehrerinnen, die entschlossen und nimmermüde ihr Unterrichtsfach mit Leben füllen, Völkerverständigung vorleben und das französische savoir-vivre für Schülerinnen und Schüler erfahrbar machen.
Zum Abschluss dieses außergewöhnlichen Nachmittags blieb bei einem Glas Sekt dann nur noch zu sagen: Vive la Freundschaft!