Poetry Slam

 "Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts"  (Johann Gottfried Herder, 1744-1803, deutscher Kulturphilosoph, Theologe und Dichter)

Teilt man die Auffassung Herders, ist es nicht verwunderlich, dass Poesie heute (wieder) von vielen Menschen als persönliche Ausdrucksform gewählt und dabei moderner inszeniert wird denn je.

Ein Poetry Slam ist ein moderner literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer vorgegebenen Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Das Publikum bewertet mit Punkten oder per Applausometer den Inhalt der Texte und die Performance der Slamer auf der Bühne. Ob ernsthaft oder humorvoll, philosophisch oder gesellschaftskritisch, ob durchgereimt oder frei – der Gestaltungsart sind (beinahe) keine Grenzen gesetzt. Lediglich Requisiten, Kostüme oder Textvorlagen dürfen nicht verwendet werden. Den Gewinnern winken Sachpreise oder/und Ruhm und Ehre.

Am 01.02.2016 fand im vollbesetzten Medienraum der erste „hauseigene“ Poetry Slam des Europa-Gymnasiums statt. Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Oberstufe stellten sich der Herausforderung. Dabei war in der ersten Runde mit dem Slogan „Ich in der Welt“ das Thema vorgegeben. Die drei Finalisten, die zuvor die höchste Punktzahl erreicht hatten, konnten in die zweite und letzte Runde einziehen. Die hierfür vorbereiteten Texte waren an kein Thema gebunden. Da es sich um die erste Veranstaltung dieser Art am EGW handelte, war nicht vorherzusehen, mit welcher Begeisterung der Slam tatsächlich aufgenommen wurde: Die zwölf Poeten gaben auf der Bühne alles, sorgten für Gelächter, erzeugten Tränen bei dem einen oder anderen Zuschauer und kreierten eine nachdenkliche, aber positive Atmosphäre. Den Sprung ins Finale schafften Marie Wittmann („Manchmal“), David Knauß („Hey du“) und Alex Kaiser („Wurst), der letztlich mit seinem Text „Mensch zu Mensch“ auch den Sieg davontrug.

Aufgrund des großen Erfolges des ersten Poetry Slams traten beim diesjährigen Jubiläumsschulfest in den Abendstunden die Slamer auf, die im Rahmen der vorangegangenen Projektwoche ihre eigenen Texte verfasst und die entsprechende Performance einstudiert hatten.

Also: Auf weitere Dichterwettstreite am EGW!

Katharina Haas, Kathrin Schneiderfritz

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