Natürlich lernen wir nicht Latein, um in ein anderes Land zu fahren und die Sprache anzuwenden. Natürlich können wir Latein von der Sprachanwendung nicht mit dem Englischen, Französischen, Spanischen o.ä. vergleichen.
Mit Latein lassen sich Verbindungen erkennen und begreifen, wir konstruieren mehr, als dass wir aktiv die Sprache nutzen. Wir arbeiten wie kleine Ingenieure, die sich durch die Beschäftigung mit der lateinischen Sprache einen Grundstock an elementaren Fertigkeiten, Kulturwissen und Geschichte aneignen.
Latein versteht sich vielmehr als ein Grundgerüst für unsere Sprachen, als Grundlage, auf der alles entstanden ist und die sich als Gemeinsamkeit durch viele Sprachen zieht. Auch wir haben im Deutschen mehr Latein als wir vermuten.
Schaut immer mal an unserer Lateinsäule (columna latina) vorbei: Wörter wie et cetera und circa, Audio(datei), Video(aufnahme), einen Salto hüpfen, die Kapuze, Karies im Mund, die Nivea-Creme und so so vieles mehr stammen aus dem Lateinischen und relativieren die Behauptung von oben.