Information zur Wahl der 2. Fremdsprache am Gymnasium


Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 tritt eine neue Regelung in Kraft: Die zweite Fremdsprache wird von nun an schon in der 6. Klasse erlernt.

Bei der Anmeldung im Europa-Gymnasium sollten sich Kinder und Eltern nicht nur über die Wahl der ersten Fremdsprache Gedanken gemacht haben, sondern bereits auch über die der zweiten.

Wer mit Französisch als erster Fremdsprache beginnt, muss in der 6.Klasse Englisch als zweite Fremdsprache hinzunehmen. Wer in der 5.Klasse mit Englisch beginnt, hat am EGW die Wahl zwischen Französisch oder Latein als zweiter Fremdsprache.

Die gewählte 2. Fremdsprache ist verpflichtendes Hauptfach wie Englisch, Deutsch und Mathematik – im Gegensatz zur 3. Fremdsprache, die ab Klasse 9 als freiwilliger Unterricht angeboten wird. Wählt man als 2. Fremdsprache Latein, dann kann man als 3. Fremdsprache noch Französisch lernen, nimmt man als 2. Fremdsprache Französisch, dann wird als 3. Fremdsprache Latein angeboten. Die Sprachen, von denen für Klasse 6 zunächst eine auszuwählen ist, können also beide erlernt werden.

Latein als 2. Fremdsprache

Wer sich für Latein als 2. Fremdsprache entscheidet, fragt vornehmlich nach dessen Bildungswert, also nicht nach dem unmittelbaren, sondern nach dem mittelbaren Nutzen. Die Beantwortung dieser Frage richtet sich auf drei Kernbereiche des Lateins, die deutlich machen, warum die Schülerinnen und Schüler möglichst früh dieser Sprache begegnen sollten:

Zunächst eröffnet sich in der Begegnung mit der Antike der breite kulturgeschichtliche Horizont Europas. Gerade in der heutigen Zeit ist es unabdingbar, sich die Wurzeln europäischen Denkens bewusst zu machen, um das Eigene und Fremde zu verstehen – als Parallele oder Kontrast.

Antike Mythen, wie wir sie beispielsweise bei Ovid lesen, lassen erkennen, dass der Mensch über Jahrtausende hinweg bestimmten Handlungsmustern folgt. Man denke an die berühmte Sisyphosarbeit oder an Ikarus, der mit seinen selbstgebauten Flügeln zu nahe an die Sonne fliegt und abstürzt – nicht anders als der heutige Mensch, der sich technisch zu viel zutraut und dabei „Abstürze“ erleidet.

Wenn Cicero darüber philosophiert, dass der Staat Sache des Volkes sei und dass sich deshalb jeder verantwortungsvoll für das Gemeinwohl einsetzen müsse, damit es funktioniere, scheint es, als ob er für eine unserer Tageszeitungen einen Kommentar verfasst hätte.

Den zweiten Kernbereich füllt die Sprachkompetenz. Nicht nur als „Mutter der Fremdsprachen“ lässt das Lateinische aufgrund zahlreicher Übereinstimmungen und Sprachwurzeln die Schülerinnen und Schüler alle romanischen Sprachen (z.B. Französisch, Italienisch, Spanisch) leichter erlernen, sondern es führt auch im Deutschen zu bewusstem und präzisem Umgang mit der Sprache.

Zum Dritten erlernen die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Begegnung mit Latein sogenannte Schlüsselqualifikationen. Neben der bereits erwähnten Präzision im Umgang mit der Sprache fallen darunter die Fähigkeit zu logischem und strukturierendem Denken, Ausdauer bei der Bewältigung von Schwierigkeiten, die Kompetenz, Probleme zu erkennen und eigenständige Lösungswege zu entwickeln sowie Gelerntes auf neue Situationen anzuwenden.

Abschließend ist zu ergänzen, dass das (Große) Latinum für eine Vielzahl von Studiengängen benötigt wird. Das Latinum wird erreicht, wenn von der 7. bis zur  11. Klasse (einschließlich) Latein belegt wird (3. Fremdsprache: 9.-13.Klasse), das Große Latinum wird bei Latein als 2. Fremdsprache am Ende der 13. Klasse erlangt (3. Fremdsprache: 9.-13. Klasse plus schriftliche und mündliche Zusatzprüfung).

Französisch als 2. Fremdsprache

Französisch behauptet bisher in fast allen Ländern der Erde seine wichtige Stelle als zweite lebende Fremdsprache an den Schulen. Das liegt teils in der geschichtlichen Rolle Frankreichs, teils auch in seiner Bedeutung auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene begründet. Da Frankreich der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Bundesrepublik innerhalb der EU ist, halten es Vertreter der Hochschulen, aus der Politik und Wirtschaft für wünschenswert, dass sich Jugendliche neben Englisch für die Sprache des Nachbarlandes erwärmen. Neben sprachpraktischen Fertigkeiten wird der Französischunterricht aber auch Zugang zu kulturellen Inhalten der Vergangenheit und Gegenwart eröffnen und für wichtige interkulturelle Unterschiede sensibilisieren.

Im Grenzgebiet kann es besonders interessant und wichtig sein, die Sprache des Nachbarn möglichst frühzeitig zu verstehen und zu sprechen. Ein weiteres Ziel ist das Erreichen eines Sprachniveaus, das die Wahl eines Leistungskurses problemlos ermöglicht.

Methodisch wird Französisch etwa wie Englisch eingeführt. Seine besondere Eigenart ist jedoch der größere Formenreichtum, besonders im geschriebenen Französisch.

 

Im Überblick:

Klasse

Sprachenfolge 1 

Sprachenfolge 2

Sprachenfolge 3
(bilingual)  

5
1.Fremdsprache

Englisch

Englisch

Französisch

6
2.Fremdsprache

Französisch

Latein

Englisch

9
Wahlfach

Latein, Spanisch
oder Informatik

Französisch, Spanisch
oder Informatik

Latein, Spanisch
oder Informatik

 


verfasst von: Bil

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