Vernissage des BK LK 2015


Ohren aus Seife und Bilder vom Tatort

Wörth: Kunst-Leistungskurs am Europa-Gymnasium zeigt Arbeiten vergangener Jahre – Vernissage selbst organisiert

„All is pretty" – der amerikanische Pop-Art-Künstler Andy Warhol hielt alles für darstellungswürdig. Nach seiner Maxime präsentierte der Kunst-Leistungskurs des Europa-Gymnasiums am Freitag praktische Arbeiten aus zweieinhalb Jahren: überdimensionale Spiegeleier, Fotos von verdorrten Tomaten und aus Seife geformte Ohren.Es war wohl aus fast jeder Kunstrichtung und für jeden Geschmack etwas dabei: „Lesende Hände", die aus bedruckten Bücherseiten greifen, und Wolkenbilder, die innerhalb von 60 Minuten auf dem Pausenhof entstanden sind. Sogar ein „lebendiges" Kunstwerk war darunter, denn die Schülerinnen der Masken-AG präsentierten sich pantomimisch in einem abgedunkelten Raum mit schwarz-weiß geschminkten Gesichtern. „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren viele Grundlagen gelernt. Von Malerei über Zeichnen bis hin zu Plastiken, wobei die selbstdarstellerischen Geschichten und das abstrakte Denken die größten Herausforderungen waren", sagte die Kunst- und Deutschlehrerin Christine Salamon.

Während der Vernissage präsentierte Julia Skuballa ihr Gitarrenspiel und wählte mit „Etude Nr. 11" des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos ein passendes Stück aus. „Es ist ein wenig aggressiv und knüpft damit wohl an die Gefühle an, die wir empfunden haben, wenn uns ein Bild nicht so gut gelungen ist", sagte die 18-Jährige schmunzelnd. Auch Linda Flottow aus Leimersheim erzählte, dass sie nicht selten über einem Bild verzweifelt sei und die Nerven ihrer Mutter damit wohl ganz schön strapaziert habe. Vor allem vor ihrem ersten größeren Projekt, dem Vanitas-Stillleben zum Thema „Tatort" sei sie ein wenig aufgeregt gewesen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. „Ich habe mir eine Kneipenschlägerei vorgestellt und versucht, das durch den Schlagring, das Blut und all die zerbrochenen Flaschen darzustellen", berichtete die 19-Jährige über ihr detailgetreues Acrylbild. Die „Tatort"-Stillleben waren das erste Projekt der zwölf Kunst-Leistungsschüler und bilden den Ausgangspunkt der künstlerischen Entwicklung in den Jahren 2012 bis 2015.

„Die Vernissage gehört ebenfalls zum Teil des Ausbildungskonzepts", sagte die Schulleiterin Birgit Weisser. „Die Schüler sollen auch lernen, was zu einer solchen Ausstellung alles dazugehört – von dem Anfertigen der Einladungskarten über das Präsentieren der Bilder bis hin zum Halten einer Begrüßungsrede." Dass die Vernissage am Ende gelungen war, zeigten nicht nur positive Rückmeldungen der Besucher, sondern vor allem die stolzen Gesichter der Eltern, Großeltern und Geschwister. (resc)

Quelle: Die Rheinpfalz, "Marktplatz regional" vom 04.03.2015

 

Bilder: Cas