Fachbereich Philosophie


Der Philosophie-Grundkurs 13 im C.G. Jung Institut in Stuttgart

Besuch des Symposiums „Wer bin ich wirklich? Das Bewusstsein, das Ich und das Selbst in Hirnforschung und Psychologie“

"Den Samstag in einem Kino zu verbringen, ist für uns wohl nichts Neues. Den Samstag in einem Kino in Stuttgart zu verbringen, in dem auf der Leinwand statt Filme Präsentationen voller Grafiken, Textauszügen aus Fachliteratur und Bilder von surrealistischen Künstlern gezeigt werden, schon. Normalerweise wird es in Kinosälen nicht gerne gesehen, wenn man spricht – an diesem Samstag wurde vorgetragen, diskutiert und argumentativ zurückgeschossen!“

Niemand war oder hatte jemals ein Selbst, lautete eine der schwerwiegenden Thesen des Symposiums in Stuttgart. Mentale Zustände, wie Gedanken und Gefühle, seien rein neuronaler und damit physikalischer Natur. Die Welt, die wir um uns erleben, und unser Ich seien der Inhalt eines vom Gehirn erzeugten (Selbst-)Modells.

Neuste Ergebnisse der Hirnforschung zeigen, dass dies tatsächlich so ist. Die Konsequenzen dieses Physikalismus werden in Psychologie und Philosophie heiß diskutiert. Funktioniert unser Bewusstsein ähnlich wie ein Computerprogramm? Lässt es sich womöglich digitalisieren und somit bald in eine Cloud laden oder in einen Roboter implantieren? Zugegeben, die Umsetzung dieser Ideen sind z.Z. noch Science Fiction und werden es auch erstmal bleiben. Philosophisch betrachtet sind sie hoch aktuell: Können Computer denken? Sind sie vielleicht sogar zu Verstehensleistungen im Stande? Finden wir überhaupt noch einen Unterschied zwischen künstlicher Intelligenz und uns Menschen? Ist unser Bewusstsein selbst so etwas wie eine extrem hochauflösende virtuelle Realität? Das Symposium des C.G. Jung-Institutes in Stuttgart stellte sich unter anderem genau diesen komplexen Fragen. 

Der 13er Grundkurs Philosophie des EGW war dabei:

"(…) Wir erfahren Interessantes über den Spiegelneuronenmechanismus, der unbewusste Synchronisation bedeutet. Was wären wir schon ohne diesen Mechanismus, der uns erlaubt, die Positionen anderer Personen nachzuvollziehen? Wir springen von der Erkenntnis, dass uns mehr vereint und angleicht, als wir glaubten, zur Chaostheorie und zur Synergetik. Es geht um messbare Quantensprünge in der Psychotherapie – also um die Frage, wie man ändern kann, wer wir sind."

Gesprochen wird auch von Virtual Reality als Bewusstseinserweiterung, die für mehr Empathie sorgen und zu mehr altruistischem Verhalten führen könnte. Wir erkannten, dass wir in uns selbst, den möglichen Schaffern unserer eigenen Welt, suchen müssen und solche Veranstaltungen gedankenanregend und inspirierend, aber nicht abschließend und gedankenbeendend sind. Wir fanden Gedanken, die uns nicht losließen, so dass wir noch nach dem Symposium in der Stadt revue passieren ließen, was wir alles erfahren hatten.

Das Symposium in einem Wort? Bewusstseinserweiternd.

Eva Kispert, Matt


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