Chronik: Das Wörther Gymnasium 1970 - 1979


GESCHICHTE UND GESCHICHTEN

EINE BLÜTENLESE AUS SCHULCHRONIK UND JAHRESBERICHTEN

Der folgende Gang durch die Jahre von 1970 bis 1979 ist, was der Untertitel sagt: eine Blütenlese, eine Auswahl also ohne Anspruch auf Vollständigkeit, weder was die "Geschichten" selbst, noch die damit verknüpften Namen der "handelnden Personen" angeht. Sie will Daten im Gedächtnis bewahren, die einmal im Strom der Zeit von Bedeutung für die Schule waren, deren Kenntnis aber nicht unbedingt nötig ist, um das heutige Wörther Gymnasium zu verstehen. Sie will aber auch Augenblicke in der Vergangenheit festhalten, die, vielleicht zunächst unbeabsichtigt, eine eigene Wirkkraft und Dynamik entfalteten und bis in die Gegenwart das Gesicht der Schule prägen.


 

1970

Juli: Umzug von der Dorschbergschule in den Neubau.

27. August: Erster Unterrichtstag im Neubau des Gymnasiums.

Einrichtung einer sogenannten S-Klasse (Sonderklasse), deren Mitglieder die Mittelstufe in drei statt in vier Schuljahren durchlaufen.

14. Oktober: Der Kreistag billigt einen Erweiterungsbau für das Wörther Gymnasium, da bereits jetzt abzusehen ist, dass die Räumlichkeiten des Neubaus auf die Dauer für den immer größer werdenden Zustrom von Schülern nicht ausreichen werden.

 

1971

30. Januar: Einweihung des Gymnasiumneubaus durch Kultusminister Dr. Bernhard Vogel.

 

JUNI/JULI

Fertigstellung des Kellertheaters

Erste Vorstellung: Ein Gastspiel des Pantomimen Pinguin

Seit seiner Fertigstellung ist das Kellertheater zum Ort zahlreicher Theateraufführungen geworden: Gastspiele kleinerer Bühnen, Gastspiele von Schauspielgruppen benachbarter Schulen, vor allem aber Eigenproduktionen des Gymnasiums haben immer wieder Zuschauer ins Souterrain der Schule gelockt. Aktiv wird dabei nicht nur die 1984 gegründete Theater-AG, auch einzelne Klassen oder Kurse bringen immer wieder "Leben" auf "die Bretter, die die Welt bedeuten."


1. Oktober: Die Schulleitung des neuen Gymnasiums ist komplett. Die Studienräte Hermann Brauner und Helmut Keiber werden zu stellvertretenden Schulleitern ernannt. Brauner übernimmt die Leitung der Orientierungsstufe, Keiber wird mit der Vorbereitung und Leitung der künftigen Oberstufe (Mainzer Studienstufe) betraut.

November: Gastspiel des Badischen Kammerschauspiels im Kellertheater mit "Barbara liebt" (Stück zur Sexualkunde).

 

DEZEMBER

Erster Kammermusikabend in der Vorweihnachtszeit

Keimzelle der späteren Weihnachtskonzerte

Mit der Absicht, alljährlich in der Vorweihnachtszeit einen von Lehrkräften und Schülern gestalteten Abend mit klassischer Musik anzubieten, war der Weg frei für die seither zur Tradition der Schule gehörenden Weihnachtskonzerte. Sie fanden zunächst in sehr kleinem Rahmen im Musiksaal der Schule statt, später im Foyer. Heute werden sie in der Regel in unterschiedlichen Kirchen im Einzugsbereich des Gymnasiums aufgeführt.

 

1972

April: Aufführung der Kriminalkomödie "Psychiatrie und Perlen" von Alex Robertson (Hauptrolle und Regie: Dieter Rößler).

Während der Sommerferien werden fünf Schulpavillons mit je zwei Klassenzimmern im Schulhof des Gymnasiums aufgebaut: Eine Übergangslösung bis zur Errichtung des Erweiterungsbaus.

September: Gastspiel des Badischen Kammerschauspiels im Kellertheater mit J.W. Goethes "Scherz, List und Rache".

 

23. SEPTEMBER

Erstes Musikfestival der Schule

Die Musikfestival des Gymnasiums gehören seither zum permanenten "Repertoire" des Wörther Gymnasiums. Sie wurden zunächst in der Sporthalle der Schule aufgeführt, später gelegentlich, heute regelmäßig in der Konzert- und Festhalle Wörth. Sie binden alle musikalischen Gruppierungen der Schule ein (Schulchor, Bigband, Ensembles) und demonstrieren, gewöhnlich zum Ausklang des Schuljahrs, das im zurückliegenden Jahr in den musikalischen AGs der Schule Geleistete.

 

1973

Januar: Gastspiel des Badischen Kammerschauspiels im Kellertheater mit "Ausgeflippt" (Thema: Jugend und Drogen).

Mai: Das Wörther Gymnasium wird für den Schulversuch "Computer in der Schule" ausgewählt und erhält einen Computer für Unterrichtszwecke.

Juni: Aufführung von vier Einaktern im Kellertheater ("Ohnmacht der Justiz", "Drei Töchter zu vergeben", "Familiäres", "Der Schüchterne"). Regie: Dieter Rößler. Schulische Eigenproduktion.

Juni/Juli: Erster Schüleraustausch des Wörther Gymnasiums mit Frankreich (Collège d’Enseignement Secondaire in Bourbon-Lancy/Burgund). Organisation: Erwin Freisberg und Henry Astier. Der Austausch findet letztmals 1993 statt.

Juli: Erste organisatorische Maßnahmen (Kurseinteilung) zur Einführung der Mainzer Studienstufe mit Beginn des Schuljahres 1973/74.

November: Gastspiel der Gruppe "theatermobil" im Kellertheater mit "z.B. Medea" von Wolfgang Schwarz.

November: Gastspiel der Badischen Landesbühne Bruchsal mit "Warten auf Godot" von Samuel Beckett.

10. Dezember: Beginn der Arbeiten am Erweiterungsbau.

 

1974

Januar: Gastspiel des Badischen Kammerschauspiels im Kellertheater mit "Mitschuldig?" (Thema: Jugendkriminalität).

März/April: Erster Schüleraustausch des Wörther Gymnasiums mit England (Bay House School in Gosport bei Portsmouth). Organisation: Ekkehard Kluge und Ray Worthington. Der Austausch findet letztmals 1996 statt.

Ende des Schuljahres 1973/74: Einstellung des Schulversuches S-Klasse nach vierjähriger Laufzeit (die erwarteten positiven Auswirkungen auf die nach Abgang der S-Klassen-Schülern verbleibenden "Normalklassen" haben sich nicht erfüllt).

Mit Beginn des Schuljahres 1974/75 Einführung eines freien Samstags pro Monat.

September: Richtfest für den Erweiterungsbau des Wörther Gymnasiums.

 

1975

Februar: Erstes Skilager für die 9. Klassen.

Mit Beginn des Schuljahres 1975/76 wird das Gymnasium Wörth "volljährig". Der Zusatz "im Aufbau" in seinem Namen entfällt.

Oktober: Gastspiel der Gruppe "theatermobil" im Kellertheater mit "Wovon sprechen wir gerade?"

 

1976

Februar: Offizielle Übergabe des Erweiterungsbaus durch Regierungspräsident Hans Keller (Neustadt).

Im April legt der erste Abiturjahrgang des Wörther Gymnasiums die schriftliche, im Juni die  mündliche Abiturprüfung ab.

12. Juni: Verabschiedung des ersten Abiturjahrgangs im Foyer des Gymnasiums.

Herbst: Erstmals Studienfahrten für MSS 12 (finden seither alljährlich statt).

 

1977

Juli: Erstmals Chor- und Orchesterfreizeit zur Vorbereitung des Musikfestivals (findet seither alljährlich statt).

14. Oktober: Das Gymnasium feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt in der Konzert- und Festhalle Wörth. Anschließend Tage der offenen Tür.

 

1978

Februar: Studiendirektor Brauner wird Leiter des Max-Slevogt-Gymnasiums in Landau.

Februar: Aufführung von "Arms and the Man" von George Bernhard Shaw im Kellertheater in englischer Sprache. Regie: Peter Grützmacher.

 

FEBRUAR

Geburtsstunde der Matinées des Wörther Gymnasiums

Hans-Peter Aulls Idee, in unregelmäßigen Abständen eine Veranstaltung mit Kammermusik durchzuführen, die vor allem den musikbegabten Schülerinnen und Schülern der Schule eine Plattform bilden sollte, erwies sich als ungeheuer fruchtbar. Die Reihe der Matinées ist seither nicht mehr abgerissen. Seit Knut Maurer die Leitung der Matinées übernahm, hat sich ein fester Rhythmus herauskristallisiert: eine Matinée, die Frühjahrsmatinée, findet im Mai statt, die zweite, die Herbstmatinée, im November. Unverändert sind seit Beginn Zeit und Ort: Sonntagmorgen, 11.15 Uhr, Treppenhaus der Schule.


Herbst: Erstmals gemeinsame Fahrt der Jahrgangsstufe 11 nach München als Einstieg in die MSS. Die München-Fahrt findet letztmals 1997 statt.

November: Studiendirektor Keiber wird als Nachfolger von Hermann Brauner erster Direktorstellvertreter. Die Leitung der Orientierungsstufe geht an Norbert Bersch, die MSS-Leitung an Rainer Schaubhut über.

 

1979

April: Gründung des Fördervereins der Schule: "Freundeskreis Gymnasium Wörth" (FGW).

Das Schuljahr 1979/80 beginnt mit zwei Neuerungen:

- Erstmals beginnt eine Sextanerklasse ihre gymnasiale Laufbahn mit Französisch als erster Fremdsprache.

- Ein zweiter schulfreier Samstag pro Monat wird eingeführt.

September: Eine Reihe von deutschen Sprachkursen für ausländische Schülerinnen und Schüler läuft am Gymnasium Wörth an. Den Anfang machen für drei Jahre französische Schülerinnen und Schüler.

November: Günther-Jochen Hitz wird zweiter Direktorstellvertreter des Wörther Gymnasiums.

 

verfasst von: Kb